Tiere
Die Tiere am Therapiebauerhof "Guat leb´n"
in Leska/Weiz in der Oststeiermark
Auf unserem Bauernhof „Guat leb´n“ nahe
Weiz leben Pferde, Esel, Schafe, Hängebauchschweine,
Katzen und Hühner.
Pferde:
Tyndi (Noriker-Stute)
Gleich zu Beginn, ich bin die Chefin der Herde – der Arosa
und mir. Darum gilt es in allen Lebenslagen die Ruhe zu bewahren.
Als so genanntes Kaltblut fällt mir das ja nicht besonders
schwer, das heißt aber nicht dass ich unsensibel wäre. Damit
überrasche ich immer wieder die Menschen.
Da höre ich oft, welch eine feine und sensible Reaktion ich
habe, obwohl ich nicht gerade leicht und feingliedrig bin.
Ja, das kommt davon, wenn man nur auf Äußerlichkeiten geht.
Sollten Euch meine Lieblingsbeschäftigungen interessieren
– bitte: grasen und ruhen.
Arosa (Warmblutstute)
Lange Zeit war ich allein, aber jetzt habe ich eine gute Chefin
und noch bessere Freundin, die Tyndi. Des Öfteren
ist sie mir aber ein bisschen zu gelassen und ruhig.
Man muss doch an der Welt interessiert sein und wissen was
um einen vorgeht. Und immer nur im Schritt …. zwischendurch
muss schon Gas gegeben werden, dass der Wind nur so um die
Ohren braust. Meine Menschen mag ich sehr gerne, aber manchmal
kann ich sie auch nicht ganz verstehen, wenn sie meinen, ich
habe zu allem eine eigene Meinung, dass ist doch wichtig –
oder nicht?
Hängebauchschweine:
Gorbatschow oder Gorbi
Die Menschen haben komische Ideen – sie geben mir den Namen
von einem Politiker, nur weil ich die Freiheit liebe und einen
schiefen Fleck im Gesicht habe. Mittlerweile habe ich mich
daran gewöhnt. Manchmal habe ich es nicht leicht! Wenn Hans
die Koppel so dicht macht, dass ich nicht die kleinste Lücke
finde, um meine geliebten Spaziergänge in Nachbars Maisacker
zu machen, muss ich glatt depressiv werden und verweigere
das Essen. Hans ist gut trainiert, er reagiert dann perfekt
– er öffnet mir Tür und Tor in die Freiheit und meine Depressionen
sind im Nu verschwunden.
Lottchen
Ich will es fröhlich und da ist mir jedes Mittel recht. Meine
Brüder und meine Schwester sind mir da wirklich oft zu fad.
Ich genieße es, wenn Hans uns raus lässt, bei den Pferden
gibt es immer etwas zu wühlen. Wollt ihr wissen, was ich besonders
genieße, wenn man mich hinter den Ohren und seitlich am Bauch
grault und kratzt – das kann ich so was von genießen.
Venus
Ich genieße das Leben, ob ich mir in unserem Freibad eine
Abkühlung genehmige, mich genussvoll in die Sonne lege, als
Morgensport ein wenig wühle oder mir in aller Ruhe mein Hinterteil
an der Stallwand kratze, es ist einfach schön. Nur etwas stört
mich, die Menschen behaupten ich sei ziemlich dick, eigentlich
sagen sie fett, das kommt mir fast nicht über die Lippen.
Um es jetzt ein für alle mal klar zu stellen: „Von einem schönen
Schwein kann gar nie genug das sein!“ Pasta!
Isidor
Wer es wissen will, ich heiße Isidor, ist doch klor. Spaß
beiseite, was wollt ihr von mir wissen? Ich esse gerne und
außerdem esse ich gerne und wenn ich sonst nichts zu tun habe
esse ich gerne. Ruhen geht auch noch. Hans geht mir oft ziemlich
auf die Nerven, er stört mich immer wieder in meinen gewohnten
Strukturen. Was das heißt, ich soll hinaus und mich bewegen,
widerlich, einfach widerlich.
Schafe:
Christerl, Hannerl, Paulchen, Greterl, Lieserl, Sera, Prinzesschen ….
Bei unseren Menschen geht es uns sehr gut. Hans kennt sich mit uns Schafen ja besonders gut aus, drum haben wir so eine rechte Freude mit ihm. Mit ihm spazieren gehen ist eine Wonne, er weiß wo die besten Kräutchen wachsen. Und Burgi hat ganz besondere Leckerbissen für uns bereit – die Knospen ihrer Rosen zum Beispiel. Warum sie dabei jedes Mal seufzt, wenn wir die Rosen sorgfältig abknabbern verstehen wir zwar nicht ganz. Menschen sind halt manchmal komisch. Sie kommen aber gerne zu uns in die Koppel, weil es bei uns so ruhig und friedlich zugeht, meinen sie. Und wir so gemütlich sind. Das freut mich, die Menschen sind uns herzlich willkommen.
Katzen:
Jane, Bertl und Russerl:
Wir sind der Meinung, dass uns hier alles gehört. Hans und Burgi sind zwar nicht immer dieser Meinung, aber was sollen sie denn gegen uns drei machen? Langweilig wird uns eigentlich nie – ob wir auf einem Eselrücken schlafen, Mäuse jagen, die jungen Esel ärgern, in der Jurte ein gemütliches Schläfchen halten, mit Hans in der Scheibtruhe mitfahren, bequem auf Burgis Schultern unser Revier beobachten, spielen, verwöhnt werden – es geht uns hier bei Guat leb´n nichts ab. Mittlerweile haben wir unsere Menschen ganz gut trainiert, ihr Unterhaltungswert ist nicht zu unterschätzen. In einem Punkt ist ihre Lernfähigkeit allerdings gering, sie haben es noch nicht geschafft zu erkennen, dass die besten Plätze immer uns gehören – gut Ding braucht eben Weile.
Hühnervolk:
Als schönster Hahn ergreife ich nun das Wort. Derzeit sind wir zu sechst, aber wie man weiß kann sich das schnell ändern. Von meinen „Damen“ einmal ein Plätzchen gefunden, an das nicht einmal Hans denkt – eine Weile gebrütet und schon sind wir zu vielt. Wir können uns hier glücklich schätzen, die Welt gehört uns, ob ein Sandbad im Garten, ein luftig-sonniger Platz hoch oben in der Hollerstaude – wir können nämlich ganz gut fliegen, oder picken und scharren den ganzen Tag. Keiner regt sich auf, wenn wir in aller Frühe krähen und gackern, so wie uns der Schnabel gewachsen ist. Ich hab die Menschen einmal reden hören, daß nicht alle unsere Verwandten so frei leben dürfen wie wir und daß es vielen sehr schlecht geht. Da bin ich schon sehr froh, daß unsere Menschen für unsere Lebensweise so viel Verständnis haben.
Zu unseren Eseln
Alle Tiere, die wir in der Tiergestützten
Pädagogikeinsetzen, sind sorgfältig ausgewählt
und ausgebildet und dem Menschen behutsam vertraut
gemacht.
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